Freiheit und Demut

Politisch denken und zu handeln hat (neben der Freude der Machtausübung) als wesentliche Triebfeder die Vorstellung und Verwirklichung von Freiheit.

Psychotherapeutisch handeln und im Faust´schen Sinne Interesse zu haben an dem, was die Welt im Innersten zusammenhält arbeitet mit dem Konstrukt der inneren Freiheit.

Die Begrenzungen des Daseins sind im Kleinen wie im Großen gegeben, und Auswege gibt es genug, von der Revolution und Lebensumkehr bis zum Marsch durch die Institutionen und das lebenslange Lernen, den Begrenzungen  und der Macht der Gewohnheit (im Sinne des Verfallenseins an das Man sensu Heidegger) entkommen zu wollen.

Wann ist die rechte Zeit für Wandel und was braucht es außen wie innen dazu? „So kann es (mit mir) nicht weitergehen“ reift im Angesicht des Übels und ist keine schnelle Einsicht. Und die Mittel, Not zu lindern, sind meist kurz gegriffen und kein  echter Neubeginn. Im Kreuz liegt Heil, weil Krise erst die Chance öffnet- abgedroschen, aber beständig wahr.

Freiheit sei auch immer die Freiheit des Andersdenkenden.  Aber nicht an sich, sondern im Wechselspiel mit der eigenen Selbstklärung und Selbstbehauptung. Reibungskraft der Pluralität.

Die Freiheit, frei zu sein, braucht den Freiheitsdrang und die Bereitschaft zur Annahme der eigenen Lebenslektionen. Es ist kein Widerspruch, bei sich anzufangen UND gesellschaftliche Entwicklung mitzubewirken. Und Freiheit braucht die soziale Gruppe, die Polis, damit wir in der Auseinandersetzung uns selbst finden. In der Spiegelung des Gegenübers erst erkennen wir uns – in einer Atmosphäre von Liebe und Respekt, die uns mit dem Herzen sehen lässt.

Dafür frei zu werden macht uns menschlicher, verletzlicher und stärker, das zu ertragen, was ist und zu werden und zu gestalten, wer wir sind.

Gutes Neues

Horst

Januar 4, 2018

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